Das Mittelmotor-Konzept des Audi R8 sorgt für eine Achslastverteilung von etwa 43 : 57, mit kleinen Unterschieden zwischen den einzelnen Varianten. Der Motor ist in der Mitte des Fahrzeugs nah an der Hochachse platziert, dadurch fällt die Trägheit seiner Masse bei schnellen Richtungswechseln kaum ins Gewicht.
Das Fahrwerk des Hochleistungssportwagens nutzt Technologien aus dem Motorsport. Die doppelten Dreieckslenker etwa, die alle vier Räder führen, sind zur Reduzierung der ungefederten Massen aus Aluminium geschmiedet. Gummi-Metall-Lager leiten die Querkräfte präzise in die Karosserie ein. In Längsrichtung gewähren sie gute Elastizität und filtern einen großen Teil der unerwünschten Anregungen von der Straße weg – so bietet der R8 guten Abrollkomfort. Das Sportfahrwerk im Audi R8 V10 plus Coupé erhielt zur Steigerung der Fahrdynamik eine eigenständige Charakteristik. Diese resultiert aus einer geänderten Feder-Dämpfer-Abstimmung mit darauf angepassten Sturzwerten an der Vorderachse. Somit betragen die Spurweiten 1,64 Meter vorn und 1,60 Meter hinten.
Beim R8 V10 ist die adaptive Dämpfung Audi magnetic ride serienmäßig (nicht erhältlich für den R8 V10 plus) und bei den V8-Ausführungen optional erhältlich. Der Fahrer kann das System zwischen dem komfortorientierten Normalmodus und einem straffen Sportmodus umschalten. In den Kolben der Stoßdämpfer zirkuliert ein synthetisches Kohlenwasserstofföl, in dem winzig kleine Magnetpartikel von nur drei bis zehn tausendstel Millimeter Korngröße eingeschlossen sind.
Wenn an einer Spule Spannung angelegt wird, entsteht ein Magnetfeld, in dem sich die Ausrichtung der Partikel innerhalb von Millisekunden ändert – sie legen sich quer zur Strömungsrichtung und hemmen dadurch den Durchfluss des Öls durch die Kolbenkanäle. Ein Steuergerät berechnet permanent die optimalen Werte für jedes einzelne Rad. Wenn der R8 in eine Kurve einlenkt, wird die Dämpfkraft am kurvenäußeren Rad erhöht; die Wankneigung der Karosserie sinkt dadurch, die Reaktion wird noch spontaner.
Die hydraulische Zahnstangen-Servolenkung trägt ebenfalls zum Gesamtbild maximaler Präzision bei, das der R8 vermittelt. Sie liefert ein hochdifferenziertes, feinfühliges Feedback und ist mit einem Verhältnis von 16,3 : 1 sportlich-direkt übersetzt.
Der Audi R8 rollt auf großen Rädern mit Mischbereifung. Bei den Achtzylinder-Motorisierungen lauten die Serien-Dimensionen 8,5 J x 18 vorn und 10,5 J x 18 hinten, die Reifen sind vom Format 235/40 beziehungsweise 285/35. Die V10-Versionen haben 19 Zoll-Räder von 8,5 und 11 Zoll Breite; die Reifengrößen lauten 235/35 beziehungsweise 295/30. Optional liefert Audi Räder in besonders attraktiven Designs – hochglanzpoliert, in Titanoptik oder (beim R8 V10 plus) schwarz glänzend. Eine Reifendruck-Kontrollanzeige ist bei allen Varianten Serie.
Verzögerungsstark: Die Bremsen
Hinter den großen Rädern sitzt eine starke Bremsanlage. An den vorderen Rädern integrieren die Aluminium-Festsättel je acht Kolben, an den hinteren Rädern je vier. Die stählernen Scheiben sind innenbelüftet, gelocht und über Stifte mit den Aluminium-Bremstöpfen verbunden; dieses Konzept reduziert Spannungen, verhindert die Übertragung von Temperaturspitzen und führt die Wärme schnell ab. Die Scheiben sind im Wave-Design gehalten – die wellenförmige Außenkontur senkt das Gewicht um insgesamt etwa zwei Kilogramm, ohne Abstriche an der Performance.
Im Zusammenspiel mit den 19 Zoll-Rädern montiert Audi auf Wunsch Bremsscheiben aus Kohlefaser-Keramik (Serie beim R8 V10 plus). Die Bremssättel dieser Anlage sind anthrazitgrau lackiert. Vorne packen Sechskolben-Monoblock-Sättel Scheiben von 380 Millimeter Durchmesser zu, hinten sind Vier-Kolben-Festsättel und Scheiben mit 356 Millimeter Diagonale im Einsatz.
Die aufwändige Geometrie der Kühlkanäle leitet die Wärme schnell ab. Der Reibring ist über zehn Elemente mit einem Aluminiumtopf verschraubt, der die Verbindung zur Radnabe herstellt.
Das gesamte Bremssystem wiegt insgesamt noch einmal zwölf Kilogramm weniger als die Anlage mit den stählernen Bremsscheiben. Sie stecken auch höhere Belastungen locker weg und bleiben stets frei von Korrosion.
Die elektronische Stabilisierungskontrolle ESC lässt sich auf einen Sportmodus umschalten, der beim Gaseinsatz am Kurvenausgang ein sicheres Übersteuern gestattet. Für besonders dynamische Einsätze wie einer schnellen Runde auf der Rennstrecke kann der Fahrer die ESC auch komplett deaktivieren.






























